Andacht von Manfred Frank  (Pastor EFG-Templin)

Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder. Sprüche 16, 24

Der Monatsspruch für den Monat Juni stand uns nicht vor Augen, als der Vorbereitungskreis für den ökumenischen Stadtfestgottesdienst nach einem Thema für dieses Jahr gesucht hatte. Aber wie passend fügt sich nun der „Honig“ zu den „Bienen“. Anders als heute waren Süßstoffe in der Antike ziemlich rar und damit auch ziemlich teuer. Erst im 7. Jhdt. nach Christus erfand man im Mittelmeerraum eine Methode, Zucker aus Zuckerrohr zu gewinnen. Zucker aus Rüben gibt es erst seit 200 Jahren. Vorher wurde Zucker in Gold aufgewogen. Honig gehörte also zu den seltenen Süßungsmitteln.

Der Sammler der Sprüche, die in der Tradition der Weisheit Salomos stehen, zitiert nun ein Sprichwort, in dem deutlich wird, dass Worte so wirksam sein können, dass wir diese körperlich spüren. Im Deutschen würden wir vielleicht formulieren, dass es Worte gibt, die „runter gehen wie Öl.“ Es mag uns peinlich sein, gelobt zu werden. Und dennoch, wir leben davon. Es gibt Worte, wenn man die hört, dann wird einem so „richtig warm ums Herz“. Aber so manche Worte, hinterhältig oder in Böser Absicht gesprochen, sind wie ein Schlag in die Magengrube oder verursachen einen Stich ins Herz.

Die Bibel weiß um die Macht der Worte. Worte wirken eben nicht nur auf den Verstand, sie können einen Menschen hart treffen oder streicheln. Manchmal sagen zwei Menschen inhaltlich das Gleiche, aber das Wort des einen hilft, richtet auf und tröstet, während das Wort des anderen vernichtet und zerstört.

Ebenso wissen die biblischen Autoren aber auch um die Gefahr von süßen und schmeichelnden Worten. In unserer Sprache gibt es dafür die Wendung, dass man jemand „Honig ums Maul schmiert.“ Welch passender Ausdruck. Denn in dieser Wendung soll der Honig nicht in den Bauch, sondern als Treibmittel vielleicht für das Portmoney dienen.

Vor kurzem war ich bei einem Arzt, der mich während der Behandlung gefühlt nicht ein einziges Mal angeschaut und so gut wie nichts zu mir gesagt hat. Am Ende hatte ich meinen Krankenschein und Antibiotikum. Die Medikamente waren sicher richtig und gut. Aber das Buch der Sprüche erinnert uns an die heilsame Wirkung von Worten. Dies gilt nicht nur für Ärzte. Noch wichtiger ist diese Weisheit für diejenigen, die aus gutem Grund gar keine andere Medizin verschreiben dürfen. Mütter stillen Schmerzen mit dem wirksamsten Placebo der Welt – mit tröstenden Worten. Wer sich im Umgang mit den Leuten in der persönlichen Umgebung Mühe gibt, nach freundlichen Worten sucht und dabei vielleicht auch bittere Pillen gut verpackt, der macht die Welt ein wenig heiler. Und genau dazu sind wir Christen doch von unserem Herrn aufgerufen. Freundliche Worte zu finden, das macht manchmal Mühe und kostet vielleicht Überwindung, wenn uns gerade andere Worte auf der Zunge liegen. Doch diese Mühe sollten wir einander wert sein. Dies macht das Leben süß und man wird überhaupt nicht dick davon…

 Es grüßt

Manfred Frank

 

Losung des Tages

Dienstag, 18. Juni 2019
Der HERR sprach zu Jeremia: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund.
So nehmt nun zu Herzen, dass ihr euch nicht sorgt, wie ihr euch verteidigen sollt. Denn ich will euch Mund und Weisheit geben.

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