Andacht von Manfred Frank  (Pastor EFG-Templin)

Monatsspruch für August: „Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.“
   (Matthäus 10, 7)

Da berühren sich Himmel und Erde… heißt es in einem Lied. Wer wünscht sich das nicht, den Himmel auf Erden. So wie unsere Welt ist, kann sie doch nicht wirklich genügen. Diese Welt genügt Gott nicht, nachdem wir Menschen sie dermaßen verunstaltet haben. Sie genügt aber auch uns nicht. Wobei es hier nicht um die Ressourcen geht. Die Ressourcen würden tatsächlich auch heute noch für alle reichen. Aber was wir aus dieser Welt, vornehmlich aus unserer Gesellschaft gemacht haben, das reicht sicher nicht. Und so erreicht das Glück nur wenige Glückspilze. Doch ob diejenigen, die wir und viele um uns herum als glücklich bezeichnen, es denn auch tatsächlich sind, sei einmal dahingestellt.
Vor 2000 Jahren hat bereits jemand angekündigt, dass das Himmelreich nahe herbeigekommen ist. Dieser Jemand war nicht Jesus, sondern Johannes der Täufer. Aber seine Vorstellung von diesem sich nahenden Himmelreich war nicht wirklich einladend. Wie schon viele vor ihm konnte er sich nicht vorstellen, dass es ein Glücksfall für uns Menschen wäre, wenn das Himmelreich uns nahekommt. Für ihn war das vielmehr eine Drohung. Denn wenn diese Welt zu einem Himmel auf Erden werden soll, dann muss es radikale Umwälzungen geben. Johannes erwartete diese Umwälzung von Gott. Er stellte sich die Auswirkungen brutal vor. Gott würde als der große gnadenlose Richter erscheinen und sich uns Menschen vorknöpfen, die wir ja hauptsächlich Schuld daran sind, dass diese Welt eben nicht ein Himmel auf Erden ist.
Und auch noch heute bekomme ich es mit der Angst zu tun, wenn Menschen mir versprechen, den Himmel auf Erden errichten zu wollen. Da ist es völlig gleichgültig, ob es religiöse Fanatiker sind, die das Reich irgendeines Gottes durchsetzen wollen, oder linke Revolutionäre, die wenigstens noch Gutes wollen, oder brutale Diktatoren, die den Himmel auf Erden nur als Rechtfertigung missbrauchen. Wir Menschen lernen nicht aus der Geschichte, lernen nicht, dass man den Himmel auf Erden nicht herbeizwingen kann, dass jeder Versuch, dies dennoch zu tun, immer in Leid, Tod, Blut und Tränen endet.
Doch nur ein paar Monate nach Johannes dem Täufer nimmt wieder jemand diesen Ruf auf. Die Autoren der Evangelien fassen die Botschaft Jesu in diesen kurzen Sätzen zusammen: „Die Zeit ist erfüllt. Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen. Kehrt um und glaubt an das Evangelium.“
Jesus predigt nicht Revolution. Er kündigt an, dass Gott kommt. Doch Gott ist eben nicht der gnadenlose Richter, der bildlich gesprochen die Axt schon an die Wurzel gelegt hat, sondern er ist wie ein Gärtner, der es noch einmal mit uns versucht. Und so haben es die Menschen erlebt. Dort, wo Gott zu Menschen kommt, dort, wo man Gott in sein Leben lässt, wo auf Gottes Weisungen gehört wird – dort kommt automatisch auch ein Stück Himmel mit. Wo wir Gott begegnen, da „berühren sich Himmel und Erde“.
Deshalb ist es zum Glück nicht unsere Aufgabe, diesen Himmel auf Erden zu schaffen, obwohl wir uns natürlich immer daran beteiligen sollten, die Welt ein Stück besser zu machen. Dies ist auch an so vielen Stellen gelungen, dass man richtig Lust darauf bekommt, selbst seinen Teil beizutragen. Ob es das Klima, ob es die Gerechtigkeit, der Friede, die Nachhaltigkeit oder einfach nur eine kleine Verbesserung für meine Nachbarn ist – wir dürfen, können und sollen mithelfen, diese Welt besser zu machen. Doch den Himmel auf Erden, den können wir nur verkünden. Wenn wir weitersagen, dass Gott uns begegnen möchte, dann bringen wir Menschen den Himmel auf Erden.
 
 Es grüßt

Manfred Frank

 

Losung des Tages

Montag, 19. August 2019
Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel.
Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.

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