Andacht zum Monatsspruch für den Monat Oktober:


Herr, all mein Sehnen liegt offen vor dir, mein Seufzen war dir nicht verborgen. Psalm 38,10

Jüngere Menschen müssen o  den Eindruck bekommen, dass je älter die Menschen werden, sie desto häufiger über Krankheiten reden. Das stimmt nicht so ganz, denn eine Geburtstagsrunde, bei der „zu viele“ Krankenschwestern eingeladen sind, kann sich ebenso schnell in eine Diagnoserunde verwandeln. Und jüngere Leute? Wenn sie selbst von Krankheit betroffen sind – und ich meine nicht nur einen kleinen Infekt – dann wird dies auch für sie schnell zu einem intensiven Gesprächsthema. Ältere sind nicht durch ihr Alter plötzlich zu „Jammerlappen“ geworden, sie sind einfach nur viel häufiger, ab einem bestimmten Alter vielleicht sogar fast alle, betroffen. Wird nun über Krankheiten gesprochen, dann geht es schnell um so viele Themen, Diagnose, Ärzte, Medizin, Schmerz, Einschränkungen usw.

Doch eine Frage wird heute öffentlich nicht mehr gestellt, die Frage nach der Schuld. Im ersten Moment erscheint dies richtig und gut. Wie schlimm muss es für die Menschen in der Zeit des Alten Testamentes gewesen sein, wo die Mitmenschen bei einer Erkrankung ganz schnell die Frage nach der persönlichen Schuld des Erkrankten gestellt haben. Dabei stand nicht die Frage im Raum, inwieweit man durch falsche Ernährung, Bewegungsmangel, falsche Kleidung, mangelnden Arbeitsschutz eine Mitschuld an der Erkrankung hat.

Nach Prof. Dr. Sager schreibt den schönen Satz: „Warum wird man krank? Auf diese Frage gibt es meist keine eindeutige Antwort, aber ein hilfreiches Mittel: Zuhören.“ Und genau dies erlebt der- oder diejenige, die diesen Psalm gebetet hat. Damals, wie vielleicht auch heute, hörte niemand zu. Aber Go: tat es. „Herr, all mein Sehnen liegt offen vor Dir, mein Seufzen war Dir nicht verborgen.“ Gott, so ist die Bitte in diesem Psalm, möge einstehen, beistehen und erretten. Wie schön, wenn Kranke in ihrer Not solchen Zusammenhängen suchte man kaum. Krankheit wurde ganz generell als Strafe, als Strafe Gottes, verstanden. Man bedauerte Kranke wohl gar nicht wirklich, sondern man suchte nach der offensichtlichen oder verborgenen Schuld.

Ein Glück – so möchte man meinen – sind diese Zeiten vorbei. Wirklich? Es gibt auch heute noch christliche Kreise, da wird ein solcher Zusammenhang wieder hergestellt. Es wird dann nach verborgener Schuld gefragt, die Tiefe des Glaubens wird angezweifelt, die Intensität des Gebetslebens in Frage gestellt und allgemein angezweifelt, dass der Erkrankte überhaupt eine Gottesbeziehung haben könne. Hätte er diese, dann wäre er mit Sicherheit nicht krank. So weit wie dies auch verbreitet ist, biblisch ist das nicht. Die Betroffenen haben dann nicht nur die Last der Erkrankung zu tragen, sondern sind dann auch noch mit Selbstzweifeln und Selbstvorwürfen konfrontiert. Aber spielt die Frage nach persönlicher Schuld so gar keine Rolle? Das wäre schön, wenn es so wäre. Aber es scheint zu ernsten, langwierigen Krankheiten oder zu Krankheiten mit negativer Prognose irgendwie dazuzugehören, dass sich der Betroffene diese Frage selbst stellt. Und viele stellen sich diese Frage sehr existenziell. Die Frage nach dem Warum findet nur zu leicht die häufig – aber nicht immer – falsche Antwort in persönlicher Schuld. Doch meist ist diese Antwort falsch. Aber was, wenn niemand darüber spricht? Was, wenn sich die Umgebung einfach fromm weigert, darüber zu sprechen. Wie schön, wenn Kranke in ihrer Not nicht allein bleiben.

Gesündigt wird auf diesem Gebiet auch bei Christen sehr viel. Aber auch wenn die Massen sich leider nicht auf den Weg zu den Kranken machen, es gibt sie – diejenigen die sich zu ihnen auf den Weg machen, ihnen zuhören, für sie und mit ihnen beten und so zu einem sichtbaren Beweis dafür werden, dass Gott die Kranken nicht im Stich lässt. Ihnen möchte ich ausdrücklich danken.
 
Pastor Manfred Frank 

Losung des Tages

Donnerstag, 18. Oktober 2018
Geh hin, der HERR sei mit dir!
Was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre.

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